Wenn man Angst vor seiner Mutter hat

Stellt euch vor, eure Mutter zieht neben euch ein. Euer Vater wohnt gegenüber. Und für einen winzigen Moment denkst du, dass jetzt endlich alles gut wird. Du hast noch nie ein Zuhause gehabt. Aber jetzt hast du es. Und in diesem Moment ist alles perfekt. Selbst wenn du verstehst, dass deine Eltern nie wieder ein Paar sein werden, weil zu viel zwischen ihnen vorgefallen ist. Viele Dinge, über die du nichts weißt, weil keiner dir etwas sagt. Keiner mit dir spricht.

Und dann ist da Mary, nicht viel älter als du selbst, aber sie macht deinen Vater glücklich und du merkst, wie er langsam auftaut und zugänglicher wird. Und wie sie eine Brücke zwischen dir und ihm schlägt. Also akzeptierst du, dass sie die Frau ist, die an die Seite deines Vaters gehört. Ja, du bist sogar froh, dass es so ist. Alles scheint perfekt.

Und plötzlich wirst du aus dieser für dich völlig neuen, aber wundervollen Welt gerissen und stehst vor deiner Mutter, die wie eine wahnsinnige schreit und heult und droht, sich mit einem Messer zu verletzen, weil da etwas in ihr ist, dass sie unbedingt raushaben will. Das ihr so weh tut, dass sie es nicht länger ertragen kann. Und du weißt nicht, was du tun sollst. Du stehst einfach da und siehst sie an, bist gelähmt und wachst erst auf, als der Schock einsetzt, der dir den Boden unter den Füßen wegreißt. Sie steht vor die und kotzt sich die Seele aus dem Leib.

Aber dein Vater, er weiß, wie er mit ihr umgehen muss, wie er sie beruhigen kann. Hält sie in seinen Armen, bis die ruhig wird und du bist dir sicher, er ist dein Held. Er muss das schon viele Male für deine Mutter getan haben. Damals als du noch nicht da warst. Und dann verstehst du, warum sie nie wieder ein Paar sein werden. Weil die Dinge immer zwischen ihnen stehen werden. Aber er wird trotzdem immer für sie da sein. Und das verleiht dir Sicherheit, weil du weißt, dein Vater ist ein besonderer Mensch, auch, wenn er selbst das nicht sieht.

2 thoughts on “Wenn man Angst vor seiner Mutter hat

  1. "Pinke Elfe" Nicole sagt:

    Es macht so einen Spass deinen Blog zu lesen und dadurch auch in die Gedanken eines Teenagers ein zu dringen. Ich find es sehr interessant, was so in deinem Kopf rum geht ubd ich verstehe sehr gut , dass du dir ein Zu Hause wünschst. Vielleicht erkennt dein Dad ja nich, dass er in Mary verliebt ist, auch erwachsene können blind sein

  2. Madeleine sagt:

    😢😔 Das sollte kein Kind durchmachen oder erleben müssen…. 😭😐 Traurig!

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